Mohs Chirurgie: Weniger Rückfälle und kleinere Narben

​Weisser Hautkrebs wächst oft mit kleinen Ausläufern, die von aussen nicht sichtbar sind. Wird er herausgeschnitten, kommt es oft zu Rückfällen oder unnötig grossen Narben. Diese Nachteile lassen sich mit Hilfe der Mohs Chirurgie minimieren.

Das Schnellschnittverfahren ist eine Spezialität der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Gemäss Professor Jürg Hafner, Leitender Arzt, ist der Eingriff für Patienten relativ schonend und dauert je nach Tumor 1-3 Stunden.

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Weisser Hautkrebs ist in der Schweiz nach wie vor auf dem Vormarsch. Die Zahl an Erkrankungen hat sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht – auf heute gegen 30'000 pro Jahr. Am häufigsten wird Hautkrebs ambulant und in örtlicher Betäubung operiert. Als Alternative kommt vor allem die Bestrahlung in Frage. Grosse Tumore benötigen manchmal eine aufwändigere Therapie.

Bei einer Operation ist es enorm wichtig, den gesamten Hautkrebs zu entfernen, da der Tumor sonst rasch wieder entstehen kann. Dies ist aber gar nicht so einfach, denn Hauttumore haben die Eigenschaft, mit feinen Ausläufern zu wachsen, die von aussen nicht sichtbar sind. Um sicher zu gehen, wird das Gewebe deshalb häufig mit grossem Sicherheitsabstand herausgeschnitten – was Spuren in Form von unnötig grossen Narben hinterlässt. Da Hautkrebs vor allem an sonnenexponierten Stellen wie im Gesicht, am Hals oder an den Armen auftritt, empfinden viele Betroffenen solche Narben als unschön.

Für solche Fällen kann die Mohs Chirurgie eine lohnende Alternative sein. Dabei wird der Tumor mit relativ knappem Abstand herausgeschnitten, worauf das Gewebestück an den Schnitträndern mikroskopisch untersucht wird. Finden sich Tumorreste, wird an dieser Stelle erneut operiert. Diese Schritte werden wiederholt, bis keine Tumorreste mehr gefunden werden. Das Vorgehen hat zwei entscheidende Vorteile: Erstens kommt es viel seltener zu Rückfällen: statt rund 5 bis 25 Prozent der Patienten (je nach Tumorart) müssen nur noch 1 bis 5 Prozent später wegen eines Rückfalls erneut operiert werden. Zweitens ist das ästhetische Resultat besser, da nur so viel Gewebe entfernt wird wie nötig.

Dermatologische Klinik am USZ Flughafen

Die Dermatologie des USZ, eine der grössten dermatologischen Kliniken Europas, wird nächstes Jahr den gesamten ambulanten Bereich und die klinische Forschung an den Flughafen verlegen.

Eine Tagesklinik mit neun Infusionsliegen, die Allergiestation, eine Lichtabteilung, die allgemeine Poliklinik mit zahlreichen Spezialsprechstunden und die OP-Abteilung mit drei Eingriffsräumen werden ab Herbst 2020 in Kloten betrieben.

Die neue, moderne Infrastruktur ermöglicht es, die Prozesse stärker auf den Patienten auszurichten und effizienter und effektiver zu gestalten.

Mehr zum USZ Flughafen


Geeignet für infiltrative, bösartige Tumore

Gemäss Jürg Hafner, Leitender Arzt in der Abteilung Stationäre Dermatologie, Dermatochirurgie, Phlebologie, Wunden des USZ, kommt die Methode für rund jeden dritten Patienten mit weissem Hautkrebs infrage. „Grundsätzlich für alle infiltrativen, also mit Ausläufern wachsenden, bösartigen Hauttumore.“ Spezifisch empfiehlt er die Methode Patienten mit infiltrativen, mikronodulären und szirrhösen Basaliomen sowie solchen mit Spinaliomen mit einer Tumordicke von über 4 Millimetern. Ärzte können diese Informationen in der Regel im Histologie-Bericht nachlesen.

Die Mohs Chirurgie ist eine Spezialität der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Zwar ist das Schnellschnittverfahren auch auf anderen Gebieten beliebt, da mit ihm ein Tumor in einem einzigen Arbeitsgang von etwa 1-3 Stunden komplett exzidiert werden kann. In der Dermatologie ist das Verfahren aber insofern besonders, als dass die kritische Schnittstelle zwischen Labor und OP-Saal wegfällt. „Der ganze Vorgang erfolgt in Personalunion. Der Chirurg, der das Gewebe abträgt, prüft auch die Histologie“, so Hafner.

Die Dermatologische Klinik arbeitet eng mit der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie, der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie der Augenklinik des USZ zusammen. Das macht das USZ zu einem führenden Kompetenzzentrum in der Behandlung von Hautkrebs.

Kontakt

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Prof. Dr. med. Jürg Hafner
Leitender Arzt
juerg.hafner@usz.ch

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