Bein

Zu den wichtigsten Krankheiten, die wir in der Beinsprechstunde behandeln, zählen:

  • Offene Beine (Ulcus cruris, Diabetes-Fuss mit Malum perforans) und chronische Wunden. Unter einem „offenen Bein“ oder in der Fachsprache „ulcus cruris“ versteht man ein Geschwür des Unterschenkels. In der Schweiz leiden vier Prozent aller über 80-Jährigen unter einem offenen Bein. Zum Kreis der chronischen Wunden zählen wir weiter den diabetischen Fuss.
  • Krampfadern (grosse Varizen und ästhetisch störende Besenreiser)
  • Durchblutungsstörungen der Beine und Arme

Symptome und betroffene Körperstellen

Meistens tritt die chronische Wunde an der Innenseite oder an der Aussenseite des Unterschenkels in der Knöchelregion auf. Sie kann rasch grösser werden und Schmerzen verursachen. Die Pflege ist aufwändig und erfordert spezialisierte Kenntnisse.

Die häufigste Ursache eines „offenen Beines“ sind kranke Venen, das heisst Krampfadern oder geschädigte, tiefe Venen nach einer Thrombose des Beines oder eine schlechte Durchblutung des Beines infolge von Arteriosklerose kommen. Eine weitere häufige Form von „offenem Bein“ ist der diabetische Fuss. Bei Patienten mit langjähriger Zuckerkrankheit kann es an der Fuss-Sohle und an den Zehen zu tiefen und schlecht heilenden Wunden kommen. Diese sind die Folge einer Fehlform des Fusses, einer Gefühlsstörung der Füsse, einer Durchblutungsstörung der Beine oder einer Kombination von allem.

Viele Personen, die an einem offenen Bein leiden, und auch ihre Betreuungspersonen, haben schon resigniert, da sie erfolglose Behandlungen hinter sich haben. Doch wenn ein Beinleiden systematisch sorgfältig abgeklärt wird und unter Einbezug auch der Personen, welche den/die Betroffene betreuen, behandelt wird, kann ein offenes Bein fast immer geheilt werden.

Diagnostik

Sorgfältige Untersuchung durch Ermitteln der Ursachen im Gespräch mit dem Patienten

Behandlung

Wir ermitteln den für den Patienten individuellen Behandlungsplan, der meist mehrere Komponenten enthält:

  • Lokale Anwendung von modernsten Wundpflegeprodukten
  • Bandagieren oder Bestrumpfen des Beines
  • Venenoperation
  • Selten: Hautersatzverfahren, wobei operativ haut-ähnliche Zellen auf die Wunde operativ appliziert werden (Ist nicht belastend, häufig in lokaler Anästhesie möglich)
  • Schaumsklerotherapie unter Ultraschall-Kontrolle
  • Nachkontrolle, um richtige Anwendung zum Beispiel von Gummistrümpfen sicherzustellen

Zusammenarbeit

Am Universitätsspital Zürich besteht seit 2003 in Form des Wundzentrums eine höchst bemerkenswerte und wahrscheinlich einmalige Zusammenarbeit von Fachexperten der Wundtherapie aus den Fächern Angiologie, Dermatologie, Herz- und Gefässchirurgie, Orthopädische Chirurgie, Wiederherstellungschirurgie. Das Expertengremium trifft sich jeden Montag, um Patienten mit besonders schwerwiegenden Wunden gemeinsam zu beurteilen.

Patienten-Broschüre

Unsere Broschüre „Das offene Bein (Ulcus cruris, Ulkus)“ (PDF) können Sie kostenlos in gedruckter Ausgabe bestellen.

Medien-Artikel zum Thema

Offene Wunden: Flagship Skintegrity - USZ, Universität Zürich und ETH Zürich: Interview Uni-Maganzin 2/17 mit Prof. Lukas Sommer und Prof. Jürg Hafner  zum PDF