Skin Cancer Nurse - Neue Position an der Dermatologischen Klinik USZ - Aufgaben und Ziele

Seit Oktober 2016 konnte die Dermatologische Klinik dank Finanzierung über den Verein für Hautkrebsforschung (www.skincancer.ch) eine neue Position einer Skin Cancer Nurse schaffen. Es freut uns sehr, dass uns das nach nicht unerheblichen Anstrengungen letztlich gelungen ist; zumal diese Funktion von unseren Patienten sehr gewünscht wurde. Inhaberin der Stelle ist Frau Sandra Fluri, langjährige Pflegefachkraft aus unserer Station.

Frau Fluri, was war Anlass für die Begründung der neuen Position?
Die medizinische und soziale Betreuung von Melanompatientinnen und -patienten im fortgeschrittenem Stadium erfordert eine komplexe Therapie und eine aufwendige Betreuung. Heute erkranken in der Schweiz jährlich neu 2500 Personen an einem Melanom, 600 davon befinden sich im fortgeschrittenen Stadium - mit Kampf gegen Metastasen. Ein Grossteil dieser Patienten behandeln wir am USZ.

Was sind die Kernaufgaben einer Skin Cancer Nurse?
Die Heilungsschancen für diese Patienten sind deutlich besser geworden; doch die Informationsvermittlung und Betreuung ist zusehends zeitaufwendiger und anspruchsvoller. In der ärztlichen Konsultation ist es oft nicht möglich, den Bedürfnissen der Patienten an fachlichen Informationen und v.a. auch emotionaler und sozialer Betreuung Rechnung zu tragen. Hier spielt die Skin Cancer Nurse die zentrale Rolle - sie begleitet die Patientinnen und Patienten von A -Z, d.h. vom ersten Gespräch bei einer Erstdiagnose bis hin zu zum Teil Palliativ-Betreuung.

Wie muss man sich das konkret vorstellen?
Ich bin z.B. bei allen neuen Erstdiagnose-Gesprächen oder bei Besprechungen, wenn neue Läsionen auftreten, mit den Ärzten anwesend. Nach Abschluss des Ärztegespräches kann ich die Bedürfnisse und allfällige Ängste oder Unsicherheiten erst einmal auffangen. Ich begleite die Patienten während der gesamten Behandlungszeit, bespreche Nebenwirkungen, erläutere ihnen Untersuchungsergebnisse in «Patientensprache» und schaffe gegebenenfalls auch die Verbindung zu Beratungen mit dem Sozialdienst, der Psychoonkologie u.a..

Was ist für Sie das Wichtigste bei Ihrer Aufgabe?
Ein schwerkranker Patient und seine Angehörigen haben eine enorme Belastung auszuhalten. In manchmal auch täglichen Telefonaten/Kontakten versuche ich, eine Stütze zu geben, damit sie besser mit ihrer Situation umgehen können und sehen, «wo sie Kraft holen können». Medizinisch gesehen geht es häufig darum, Nebenwirkungen abzufangen und zu identifizieren. Ich spüre täglich eine grosse Dankbarkeit. Dies ist angesichts der auch für mich oft belastenden Aufgabe eine grosse Bereicherung und Motivation.

Wie ist Ihre Zusammenarbeit innerhalb des USZ?
Meine wichtigsten Partner im USZ sind das Schmerzzentrum, die Palliativmedizin, die Psychoonkologie, die Seelsorge und der Sozialdienst - hier haben wir eine äusserst gute Zusammenarbeit, was ganz zentral ist.

Was sind Ihre persönlichen Ziele und Perspektiven?
Einerseits ist es mein Ziel, relativ zeitnah an einem internationalen, renommierten Hautkrebszentrum zu hospitieren, um meine Expertise zu erweitern. Meine Position ist neu, und es ist wichtig, dass ich hinsichtlich Qualität mit den «besten international» Schritt halten kann - auch in diesem Gebiet der Versorgung von Hautkrebspatienten. Medizinisch gesehen ist unsere Klinik ja bereits sehr hoch positioniert.
Ein weiteres Ziel ist es, die neue Position langfristig finanziell sichern können - nicht wie jetzt über Drittmittel - und auch einen geeigneten Raum für die Gespräche zur Verfügung haben, was bis jetzt leider nicht der Fall ist.

fluri_sandra.png Sandra Fluri
Eckdaten: Eidg. Dipl. Pflegefachfrau, Master of Palliative Care und Onkologie
Berufserfahrung: Im USZ  stationäre Dermatologie seit 2013

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Verein für Hautkrebsforschung (www.skincancer.ch)